Arbeitsrecht

Arbeitslosengeld nach der Saison: Frist, Dauer, Voraussetzungen

„El paro“ ist die spanische Arbeitslosenleistung, gezahlt vom SEPE: Wer nach der Saison Anspruch darauf hat, wie lange sie läuft, und warum die Frist von fünfzehn Tagen über bares Geld entscheidet.

„El paro“ ist die Alltagsbezeichnung für die spanische Arbeitslosenleistung – amtlich prestación contributiva por desempleo, gezahlt vom SEPE an Beschäftigte, die ihren Job verlieren und genug eingezahlt haben. Der Anspruch ist nicht auf Leute beschränkt, die ihre Stelle endgültig verloren haben: Im Oktober schließen auf Mallorca die Häuser, und für viele beginnt die Inaktivität. Die Frage danach ist immer dieselbe – steht mir etwas zu, und was muss ich tun?

Die Grundvoraussetzung

Mindestens 360 Tage, die auf das Risiko Arbeitslosigkeit eingezahlt wurden. Diese Tage sammeln sich über alle Beschäftigungen hinweg an, nicht nur über die letzte. Wer zwei Saisons zu je fünf Monaten gearbeitet hat, liegt schon in der Nähe; wer drei hinter sich hat, in aller Regel darüber. Dazu kommt die Meldung als Arbeitsuchender – die ist nicht Formsache, sondern Teil des Antrags.

Fünfzehn Tage – und was passiert, wenn du sie verpasst

Das Gesetz verlangt, den Antrag innerhalb von fünfzehn Tagen nach Eintritt der Arbeitslosigkeit zu stellen. Der Antrag setzt die Meldung als Arbeitsuchender voraus, und diese Meldung muss über die gesamte Bezugsdauer bestehen bleiben – fällt sie weg, wird die Zahlung ausgesetzt.

Wie lange gezahlt wird

Die Bezugsdauer hängt davon ab, wie viel in den sechs Jahren vor der Arbeitslosigkeit eingezahlt wurde. Der SEPE veröffentlicht dafür eine feste Staffel:

  • 360 bis 539 Beitragstage → 120 Tage Leistung
  • 540 bis 719 → 180 Tage
  • 720 bis 899 → 240 Tage
  • 900 bis 1.079 → 300 Tage
  • 1.080 bis 1.259 → 360 Tage
  • und weiter in Schritten bis zur Obergrenze: ab 2.160 Beitragstagen 720 Tage Leistung

Zur Höhe der Zahlung steht hier bewusst nichts. Sie hängt von der Beitragsbemessungsgrundlage der letzten Monate ab, von Unter- und Obergrenzen, die jährlich angepasst werden, und von der Zahl unterhaltsberechtigter Kinder. Der SEPE stellt dafür einen eigenen Rechner bereit, dessen Ergebnis ausdrücklich unverbindlich ist – eine Zahl in einem Ratgeber wäre es erst recht.

Was das für die Saison auf Mallorca heißt

Praktisch heißt es: Der Tag, an dem die Saison endet, ist kein Tag zum Durchatmen, sondern der Beginn einer kurzen Frist. Wer im Oktober aufhört und sich erst im Dezember meldet, hat rechnerisch schon Wochen verschenkt. Und wer glaubt, ein fortbestehender Vertrag schließe die Leistung aus, lässt sie ganz liegen – dabei ist genau dieser Fall ausdrücklich mitgemeint.

Bekomme ich Arbeitslosengeld, obwohl mein Vertrag weiterläuft?

Das ist möglich. Der SEPE nennt ausdrücklich auch den vorübergehenden Verlust der Beschäftigung sowie die vorübergehende Kürzung der Arbeitszeit um 10 bis 70 Prozent als geschützte Lage. Ob es in deinem Fall greift, entscheidet der SEPE anhand deiner Beitragszeiten.

Wie viele Beitragstage brauche ich?

Mindestens 360 Tage, eingezahlt auf das Risiko Arbeitslosigkeit. Die Tage aus verschiedenen Beschäftigungen werden zusammengerechnet.

Was passiert, wenn ich die Frist von fünfzehn Tagen verpasse?

Der Anspruch bleibt bestehen, aber er beginnt erst mit dem Tag des Antrags. Du verlierst so viele Bezugstage, wie zwischen dem ursprünglich möglichen Beginn und deinem tatsächlichen Antrag liegen. Deshalb: auch verspätet unbedingt beantragen.

Wie lange wird gezahlt?

Nach einer festen Staffel des SEPE, abhängig von den Beitragstagen der letzten sechs Jahre: 360 bis 539 Tage ergeben 120 Tage Leistung, ab 2.160 Beitragstagen sind es 720 Tage.

Reicht es, den Antrag zu stellen?

Nein. Der Antrag setzt die Meldung als Arbeitsuchender voraus, und diese Meldung muss während der gesamten Bezugsdauer bestehen bleiben. Fällt sie weg, wird die Zahlung ausgesetzt.

Quellen

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