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Gehalt in Spanien: was vom Brutto übrig bleibt

Mindestlohn 2026, die Beitragssätze der Beschäftigten, der Unterschied zwischen 12 und 14 Zahlungen und wie Sie Ihre nómina lesen – mit den amtlichen Fundstellen.

Zwei Dinge überraschen fast jeden, der aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz nach Mallorca kommt: wie niedrig die Abzüge vom Bruttolohn sind – und wie oft ein genanntes Gehalt trotzdem weniger ist, als es klingt. Beides hat dieselbe Ursache: Spanien rechnet anders.

Der Mindestlohn 2026

Salario mínimo interprofesional (SMI) 2026

1.221 € brutto im Monat, 14 Zahlungen

Real Decreto 126/2026. Entspricht 17.094 € im Jahr oder 1.424,50 € bei 12 Zahlungen. Rückwirkend ab 1. Januar 2026.

Der Mindestlohn ist die Untergrenze für alle Branchen. Der Tarifvertrag Ihrer Branche liegt in aller Regel darüber – im Gastgewerbe der Balearen deutlich. Maßgeblich ist immer der höhere Wert.

12 oder 14 Zahlungen: der teuerste Rechenfehler

Was abgezogen wird

Vom Bruttolohn gehen zwei Blöcke ab: die Sozialversicherungsbeiträge und die Einkommensteuervorauszahlung (retención de IRPF). Die Beitragssätze der Beschäftigten für 2026 stehen in der Beitragsverordnung und sind für alle gleich:

  • Allgemeine Risiken (contingencias comunes): 4,70 %
  • Arbeitslosenversicherung: 1,55 % bei unbefristetem, 1,60 % bei befristetem Vertrag
  • Berufsbildung (formación profesional): 0,10 %
  • Generationenausgleich (MEI): 0,15 %

Summe des Arbeitnehmeranteils 2026

6,50 % (unbefristet) bzw. 6,55 % (befristet)

Orden PJC/297/2026. Den weit größeren Teil der Beiträge trägt der Betrieb.

Diese Sätze sind der Grund, warum die spanische nómina so viel weniger Abzüge zeigt als eine deutsche Lohnabrechnung. Der Gegenwert steht auf der anderen Seite: Der Arbeitgeberanteil ist hoch, und die Leistungen sind anders zugeschnitten.

Die Einkommensteuer: warum hier keine Tabelle steht

Der IRPF-Abzug hängt an Ihrer persönlichen Lage: Jahreseinkommen, Vertragsart, Familienstand, Kinder, Unterhaltspflichten, Grad einer Behinderung. Zwei Kollegen mit demselben Bruttolohn haben verschiedene Abzüge – völlig zu Recht. Jede Prozentzahl, die ein Ratgeber pauschal nennt, ist für die meisten Leser falsch.

Die Steuerverwaltung stellt einen amtlichen Rechner bereit, der genau Ihren Satz ermittelt. Er steht unten unter den Quellen. Rechnen Sie damit, bevor Sie ein Angebot annehmen – und nicht nach der ersten Abrechnung.

So lesen Sie Ihre nómina

  1. 01Kopf: Betrieb, Ihre Daten, Ihre categoría profesional und der geltende convenio colectivo.
  2. 02Devengos – alles, was Ihnen zusteht: Grundlohn (salario base), Zulagen (pluses), anteilige Sonderzahlungen.
  3. 03Deducciones – die Abzüge: Sozialversicherungsanteil und IRPF, getrennt ausgewiesen.
  4. 04Líquido a percibir: der Betrag, der überwiesen wird.
  5. 05Bases de cotización: die Bemessungsgrundlagen. Sie entscheiden später über Arbeitslosengeld und Rente – prüfen Sie, ob sie zu Ihrem Lohn passen.

Wann kommen die pagas extras?

Üblich sind Juli und Dezember, der Tarifvertrag kann es anders regeln. Sie können auch anteilig auf zwölf Monate verteilt sein – dann steht „prorrateadas“ auf der Abrechnung und es gibt keine gesonderte Zahlung.

Ist der Mindestlohn brutto oder netto?

Brutto. Vom SMI gehen die Sozialversicherungsbeiträge ab; Einkommensteuer fällt bei diesem Niveau in aller Regel nicht an.

Mein Lohn liegt unter der Tabelle des convenio. Ist das erlaubt?

Nein. Der Tarifvertrag ist die Untergrenze für Ihre categoría. Liegt der Vertrag darunter, gilt der Tarifvertrag – und die Differenz können Sie nachfordern.

Was ist der MEI auf meiner Abrechnung?

Der Mecanismo de Equidad Intergeneracional, ein Zusatzbeitrag zur Rentenfinanzierung. 2026 beträgt er insgesamt 0,90 %, davon 0,15 % zu Ihren Lasten.

Quellen

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